Datenschutztipps für soziale Netzwerke
Im Vergleich zum Vorjahr gibt es in Deutschland 10 Millionen mehr Nutzer in sozialen Netzwerken, das sind insgesamt 40 Millionen Bundesbürger. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., kurz BITKOM. Er hat untersucht, welche Sicherheitsaspekte Nutzern im Social Web am wichtigsten sind.Die meisten Nutzer, immerhin 96 Prozent, nehmen den Umgang mit ihren persönlichen Daten sehr ernst. “93 Prozent nennen die Einstellungen zur Privatsphäre als wichtiges Kriterium, 88 Prozent die Benutzerfreundlichkeit”, stellt BITKOM fest. Freunde, die im selben Netzwerk sind, wollen 82 Prozent der Nutzer treffen. Grundlage dieser Aussagen ist eine repräsentative Erhebung des Instituts Forsa für den BITKOM. Die Befragung bezog 1.000 Internetnutzer ein, darunter mehr als 700 Nutzer sozialer Netzwerke.
Der Verband BITKOM macht sich für den Datenschutz stark, betont BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Wie wichtig das sei, ergibt sich aus der Einschätzung der Nutzer selbst. Zwei Dritteln der Community-Nutzer (65 Prozent) fehlen noch Informationen, was sie für den Schutz ihrer Daten tun können. Deshalb unterstützt der Verband Initiativen für Kinder und Jugendliche, wie “Deutschland sicher im Netz”, und “Watch your Web”, der Verhaltenskodex Web 2.0 und das Kinderportal FragFinn.de.
Datenschutztipps für soziale Netzwerke, basierend auf Empfehlungen des Verbandes BIKOM:
1. Communitys müssen zumindest nach deutschem Recht strenge Datenschutzregeln erfüllen und ihre Mitglieder in verständlicher Weise darüber informieren, zu welchen Zwecken sie Daten speichern. BITKOM empfiehlt, im Zweifel vor der Registrierung per E-Mail nachzufragen.
2. Für den Schutz der Privatsphäre benutzen Mitglieder in Communitys oftmals Pseudonyme. Dagegen spricht auch nichts. Bei der Registrierung ist es in vielen Netzwerken Pflicht, dass sich Nutzer mit ihrem vollen Namen anmelden, weil sie reale soziale Beziehungen im Netz abbilden und das Vertrauen unter den Nutzern stärken wollen. In Netzwerken, wo das nicht angestrebt wird, sollten nur Nicknames angezeigt werden.
3. Was Nutzer in Netzwerken posten, darauf haben sie vollen Einfluss. Hier solle sich jeder genau überlegen, was er von sich preisgeben möchte.
4. Viele Netzwerke ermöglichen eine Einstellung, ob Profil-Informationen eines Nutzers von Suchmaschinen indiziert werden dürfen oder nicht. Damit können Nutzer regeln, ob nur Mitglieder die Seiten lesen können.
5. Viele Communitys finanzieren sich durch Werbung. Nutzer sollten anhand der Geschäftsbedingungen überprüfen, ob Netzwerkbetreiber werbenden Firmen persönliche Nutzerdaten übermitteln, damit diese zielgruppenspezifische Werbung einblenden können.
