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Corels Bildbearbeitungs-Flaggschiff

Corel® PaintShop Photo® Pro X3 (Im Folgenden der Einfachheit halber CPPPX3 genannt) hat gerade erst Herbstluft geschnuppert und macht bereits von sich reden. Die Software soll trotz sehr vieler Funktionen für die professionelle Bildbearbeitung einfach zu bedienen sein. Hat sie wirklich „Alles, … um faszinierende Fotos zu erstellen“? Ich habe die Software für Sie getestet.

Ein Foto ist nur so gut wie der Photograph, der die Kamera bedient, beriet mich eine junge Dame bei Saturn in Dresden, als ich mich zwischen einer Bridge- und einer Spiegelreflexkamera entscheiden musste. Es wurde schließlich die Panasonic FZ100.

Für ein gelungenes Foto selbst mit dieser tollen Kamera ist sicher mehr nötig als nur eine Software. Doch sie kann viele Dinge im Nachhinein verbessern, auf die ich vielleicht nicht geachtet habe. Deshalb probiere ich die Software mit einigen eigenen Schnappschüssen gleich mal aus. Die FZ 100 speichert wie eine Spiegelreflexkamera Bilddaten im RAW-Format. Die Bearbeitung von RAW-Daten ist übrigens eines der herausragenden Features von CPPPX3.

Für den Lernprozess liefert Hersteller Corel ein gedrucktes Handbuch mit (beim Softwaredownload bekommen Kunden eine PDF-Datei), was ich persönlich als sehr angenehm empfinde. So kann ich mich auf das eigentliche Programmfenster konzentrieren. Darin sind aber nicht alle Funktionen umfangreich erklärt, die Online-Hilfe ist ausführlicher.

Neue bzw. optimierte Funktionen im Überblick

  • -RAW-Editor: Anpassen ganzer Gruppen von RAW-Fotos an
  • Expresslabor: Schnellbearbeitung von Fotos
  • Fortgeschrittene Bearbeitungswerkzeuge: Intelligente Carving-Funktion, Resonanz und weitere Tools
  • Import und Export von HD-Fotos und –Videos
  • Projekte, wie Fotobücher, Diashows, Collagen, Kalender, Karten einfach und schnell verwirklichen
  • Foto-Sharing: Fotos mailen, drucken, Abzügeim Internet bestellen, direkt zu Facebook, YouTube und Flickr hochladen

Installation
Corel PaintShop Photo Pro X3 braucht schon einige Minuten, bis die Installation auf meinem 2GHz-Rechner abgeschlossen ist. Wer die Ultimate-Version erworben hat, ist hier noch nicht fertig. Neben dem Bildbearbeitungsprogramm können sich Anwender auch gleich die Bonusprogramme installieren, wenn insgesamt mehr als 3 GB freier Speicherplatz auf der Festplatte vorhanden sind:

  • Incomedia™ WebSite X5® Special Edition zum Gestalten einer Website in 5 einfachen Schritten
  • Corel® KPT® Collection für Bildkompositionen mit „special effects“
  • Corel® Painter™ Essentials 4 zum Zeichnen und Malen am Bildschirm, Fotos können in „prachtvolle Gemälde“ verwandelt werden.

Programm starten und konfigurieren
Beim Programmstart wird um Registrierung gebeten. Als Dankeschön erhält der Nutzer einen Incentive-Downloadlink und kann eine EXE-Datei herunterladen. Worum es sich bei dem Programm handelt, ist nicht erkennbar.

Expresslabor

Auch wenn das Programmfenster modern und schick aussieht, muss ich mich an die weiße Schrift auf dunklem Hintergrund gewöhnen. Das ist aber ein rein persönliches Empfinden. Inaktive Menüs sind an grauer Schrift erkennbar. Beanstandet habe ich bereits beim Support das Schließen-Symbol in der Titelleiste eines Bildes. Es ist schwarz und eigentlich nur zu finden, wenn man weiß, dass es dort sein muss. [siehe Kommentar unten]

Die wichtigsten Umschalter finden sich einmal rechts, das sind die Hauptarbeitsoberflächen: Verwalter, Expresslabor und Kompletteditor. Links stehen zwei Registerkarten zum Anklicken bereit, wo ich zwischen Ordnern auf meinem PC und voreingestellten Ordnern (z. B. Beispielbilder, eigene Bilder, gemeinsame Bilder usw.) hin- und herschalten kann.

Zuerst suche ich nach den Einstellungsmöglichkeiten, um mir das Fenster und die Pfade nach meinen Wünschen anzupassen. Die Optionen sind nur im Kompletteditor unter „Bearbeiten“ bzw. “Datei” modifizierbar. Der Anfänger sollte zunächst die Standardeinstellungen beibehalten und erst anpassen, wenn er mit dem Programm vertraut ist.
Ich muss durch Ausprobieren und Lesen im Handbuch ein Gefühl dafür bekommen, was wann möglich und richtig ist.

Für die schnelle Suche nach Antworten öffne ich die Hilfe. Die einzelnen Themen sind mit der Website von Corel verknüpft, so dass für deren Inanspruchnahme immer eine Online-Verbindung bestehen muss. Trotz Übersichtlichkeit der Hilfethemen ist dieses Angebot für Menschen mit langsamer Internet-Connectivity untragbar.

Arbeiten mit dem Programm
Wer bisher mit anderen Bildbearbeitungsprogrammen gearbeitet hat, muss sich möglicherweise an Optik und Funktionalität gewöhnen. Für den Schnelleinstieg mit häufig genutzten Bearbeitungsvorgängen eignet sich das standardmäßig eingeblendete Expresslabor, das sich aber abschalten lässt. Die Symbole sind unterhalb des zu bearbeitenden Bildes angeordnet, bei Klick erscheinen die zugehörigen Optionen. Für das Expresslabor öffnet sich ein eigenes Fenster.

Objektextrahierung

Für die Bearbeitung der Screenshots zu diesem Beitrag muss ich den Kompletteditor auswählen, damit der Befehl „Bearbeiten – als neues Bild einfügen“ ein Bild aus der Zwischenablage erzeugt. Je nachdem, mit welchen Programmen der Anwender bisher gearbeitet hat, braucht es ein wenig Übung, mit den Ansichten und Menüs zurecht zu kommen.

Für die detaillierte (professionelle) Bildbearbeitung eignet sich nur der Kompletteditor mit seinen vielen Werkzeugen und Paletten, die ich hier nicht alle aus dem Handbuch zitiere. Das Anpassen von Bildern wird im Handbuch ab Seite 71 beschrieben, wobei die vollständige Liste der Funktionen nur in der Online-Hilfe abrufbar ist.

Bild nach Fotokorrektur in einem Schritt

Oftmals erleichtern voreingestellte Optionen eine automatisierte Bearbeitung, wie das Entfernen des Bildrauschens oder Farbkorrekturen „in einem Schritt“.

Farbkorrektur

Wer hier manuell Einfluss nehmen will, muss sich mit den Einstellungsmöglichkeiten auskennen und ggf. im Onlinehandbuch nachlesen. Auf einige Details möchte ich in anderen Beiträgen eingehen, die sich beispielsweise mit Freistellung oder IPTC-Daten beschäftigen.

Fotos ordnen und verwalten
Auch wenn das Programm mithilfe von Miniatur- und Voransichten schnell die gewünschten Fotos anzeigt, so sollten sich Anwender grundsätzliche Gedanken über das Ablegen von Bildern machen: geordnet nach Datum, Ereignis, Auflösung, in Ordern und Unterordnern …? Diese Aufgabe nimmt kein Programm ab. Doch CPPPX3 erleichtert das Katalogisieren. Anwender können Fotos zudem bewerten und taggen (mit Stichwörtern versehen), um sie schnell wiederzufinden.

Projekte

Projekte

Projekte

Ich habe mir lediglich einige Beispiele angesehen, mit dem sich Projekte mit vorgefertigten Designs (Stil: Spaß) entwickeln lassen. Bei den Karten werden ausschließlich Klappkarten zur Auswahl angeboten. Fotobücher können einfach zusammengeklickt und mit Text versehen werden. Hier ist zu überlegen, ob man nach der Bildbearbeitung ggf. auf andere Dienstleister ausweicht, die offline und online das Erstellen von Fotobüchern anbieten. Gerade ungeübte Anwender brauchen eine Art Ampelfunktion, die anzeigt, ob ein Bild den Anforderungen für den Druck genügt. Bei zu viel Nacharbeit, z. B. beim Ändern der Bildschärfe, können Kanten entstehen, die auf dem Monitor nicht sichtbar sind. Zudem bieten andere Programm weitaus mehr Designs an.

Tipp: Kosten vergleichen
Unabhängig vom Bildbearbeitungsprogramm möchten Anwender ihre Fotos weiterverarbeiten.
Beim Ausdrucken entstehen Kosten für Papier und Tinte/Toner, besonders bei der Verwendung von farbigen Designvorlagen. Die Rechnung muss jeder für sich selbst aufstellen: selbst drucken oder einen Dienstleister beauftragen.

Fazit
Für einfache Bearbeitungsfunktionen, wie Komprimieren, Zuschneiden u. ä. braucht es kein Programm wie CPPPX3. Hierfür empfehle ich beispielsweise das kostenlose IrfanView (http://www.irfanview.de/). Aber auch viele Digitalkameras werden mit einfachen Bearbeitungsprogrammen ausgeliefert, die einigen wesentlichen Anforderungen genügen..

Das CPPPX3 besticht mit umfangreichen Funktionen für eine professionelle Bearbeitung und Weiterverarbeitung digitaler Bilder. Einfache Bedienung, durchaus! Wer bereits mit anderen Programmen gearbeitet hat, tut sich natürlich leichter als ein Anfänger. Für Professionals ist das Programm auf jeden Fall ein unverzichtbares Werkzeug und zum Preis von 89 Euro (Ultimate) sein Geld wert.

Da ich noch längst nicht alle Möglichkeiten ausgetestet habe, würde ich heute noch einschränken: Corel® PaintShop Photo® Pro X3 hat Vieles, um faszinierende Fotos zu erstellen.

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